MicroHUB Dörpfeldstraße

Städtebauliches Konzept und Betriebskonzept zur Integration eines MicroHUBs in eine gemischt genutzte Neubebauung als Grundlage für eine alternative, flächeneffiziente und emissionsärmere Belieferung der Dörpfeldstraße in Berlin-Adlershof. 

 

Problemstellung

Die Dörpfeldstraße in Berlin-Adlershof ist bereits heute durch ungünstige Bedingungen für die Belieferung der ansässigen Gewerbetreibenden geprägt; die geplanten Umbaumaßnahmen der Straßenbahntrasse werden diese Situation zusätzlich und dauerhaft verschärfen, sodass eine Belieferung in der heutigen Form perspektivisch nicht mehr möglich sein wird. 


Bereits frühere Untersuchungen empfahlen daher den Einsatz von Lastenrädern und E-Kleinstfahrzeugen in Verbindung mit einem MicroHUB auf der ersten bzw. letzten Meile. Da die Verfügbarkeit des zuvor untersuchten kommunalen Standorts nicht gesichert werden konnte, wurde die Machbarkeitsstudie fortgeschrieben und auf die mögliche Integration eines MicroHUBs in eine Neubebauung an der Neltestraße ausgerichtet. 


Ziel der vorliegenden Ergänzungsstudie ist es, die Anforderungen eines MicroHUBs für die Integration in eine Neubauplanung zu konkretisieren und ergänzend ein tragfähiges Betriebskonzept zu entwickeln. Betrachtet werden dafür technische, rechtliche und operative Anforderungen an Innen- und Außenflächen, ein Groblayout der Flächen sowie wirtschaftliche und organisatorische Rahmenbedingungen für den späteren Betrieb. 

 

Ergebnisse

 

Die Untersuchung zeigt, dass ein MicroHUB grundsätzlich in eine gemischt genutzte Neubebauung integriert werden kann. Für die Potenzialfläche an der Neltestraße wird eine ebenerdige Gewerbefläche von rund 150 m² als geeignete Innenfläche beschrieben; ergänzend werden Außenflächen für Anlieferung, Rangieren, Lastenrad-Abstellung und wettergeschützten Umschlag benötigt. 


Das Raum- und Nutzungskonzept formuliert konkrete Anforderungen an einen solchen Standort. Dazu zählen unter anderem ein barrierefreier Zugang, ausreichend dimensionierte Tore und Zufahrten für Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen, geeignete Ladeinfrastruktur für E-Lastenräder, sichere Lager- und Umschlagflächen sowie Sanitär-, Umkleide- und Aufenthaltsbereiche gemäß Arbeitsstättenverordnung. 


Für den Betrieb wird ein Multi-User-Ansatz empfohlen, bei dem mehrere Logistikdienstleister einen gemeinsam Hub in Flächenkooperation verwenden. Als besonders geeignet wird ein Betreibermodell mit einem neutralen Betreiber eingeschätzt, das Akzeptanz bei den Nutzenden schafft, flexible Flächenaufteilungen ermöglicht und die Integration weiterer Dienstleister sowie zusätzlicher Services unterstützt. 

 

Die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung macht deutlich, dass Investitions- und Betriebskosten tragfähig gestaltet werden müssen, damit der Hub sowohl für Betreiber als auch für Logistikunternehmen attraktiv ist. Gleichzeitig kann der Standort zur Reduzierung konventioneller Lieferverkehre beitragen und damit die Aufenthaltsqualität sowie die logistische Resilienz im Umfeld der Dörpfeldstraße verbessern. 


Mit der Studie liegt eine belastbare Grundlage für die weiteren Planungs-, Abstimmungs- und Umsetzungsschritte vor. Sie erleichtert die Kommunikation zwischen Verwaltung, Bauherren, potenziellen Betreibern und Nutzern und beschreibt die Etappen von Planung und Genehmigung über Implementierung und Pilotbetrieb bis hin zum Regelbetrieb des Standorts. 

 

Downloadmöglichkeit der Ergänzungsstudie (PDF) nachfolgend:

 

Download
Machbarkeitsstudie (Ergänzung)
Anforderungen an Flächen für einen MicroHUB in einem gemischt genutzten Neubau in der Dörpfeldstraße und Betriebskonzept
MicroHUB Neubaufläche Anforderungen und
Adobe Acrobat Dokument 7.3 MB